hendrix-changes

30.04.2003 kulturbühne 2 / heidenheim

lesung und konzert für amnesty international:
konzertlesung von sergio vesely und urs m. fiechtner, dessen gedicht "ich liebe dich" von uns vertont und in "little wing" integriert wurde.
anschließend konzert mit "hendrix changes"

programm:

1. Who Knows (Terror Error)
2. Foxy Lady / Brainbug
3. Castles Made Of Sand / Klangwellenreiter
4. Crosstown Traffic
5. Little Wing / "Ich liebe dich" (Text von Urs M. Fiechtner)
6. The Wind Cryes Mary
7. Changes / More Changes
8. Manic Depression / More Depression
9. Depression Remix
9. Burning Of The Midnight Lamp
10. Electric Haze / Purple Haze
11. Spanish Castle Magic / Spanich Castle Music
12. Hey Joe / Schatten der Nacht
-zugabe-
Presse:

© Heidenheimer Neue Presse - 02.05.2003 - HNP Kulturspiegel

Jimi meets Hiphop

Walles "Experience" verknüpft in "Hendrix - Changes" zwei ganz unterschiedliche Epochen


Dass die Wilden Siebziger und die Gegenwart, dass Jimi Hendrix und HipHop sich nicht ausschließen, sondern gar ergänzen können, zeigte eine Konzertlesung und ein Benefizkonzert am Mittwoch im K2. Der Initiator kennt beide Epochen aus innerer Anschauung.
Die "Geschichten aus dem Niemandsland", mit denen Urs Fiechtner bei einer Veranstaltung von amnesty international Heidenheim nachdenklich stimmte, entstammen nicht der Phantasie des Schriftstellers. Sondern beruhen auf Augenzeugenberichten und Dokumenten, die der Gründer der "Autorengruppe 79" unter anderem in Afrika und Asien sammelte.
Sergio Veselys begleitende Gitarrenklänge und scheinbar beiläufig eingeworfene Worte verliehen den kritischen und auch amüsanten Kurzgeschichten und Gedichten noch mehr Ausdruckskraft. Dies wurde vor allem bei dem letzten Stück des perfekt harmonierenden Duos deutlich, zu dem Vesely auch die passende Mimik an sinniger Stelle lieferte.

Ebenfalls gemeinsam agierten die Musiker bei "Hendrix Changes", wenn auch auf etwas ungewöhnliche Weise. Denn sie verbanden ursprüngliche Titel des berühmten Gitarristen Jimi Hendrix mit Elementen des Funk, Rap und Hip Hop. Der beständige Wechsel brachte Spannung auf die Bühne, auf der Gitarrist Zabba Zaepernik im Ausfallschritt leidenschaftlich in die Saiten griff. Walter Geyer, der Initiator der Gruppe, sowie Stefan Schweikert (Keyboards) und der Schlagzeuger Eddy Cichosz hatten ihre Instrumente, mit denen sie Ralf Meiser und Sebastian Charisius begleiteten, bestens im Griff. Meiser sang den originalen Text auf englisch, während Charisius selbst verfasste Strophen ganz im Sinne des Liedes lässig ins Mikrofon rappte. Die Stücke wirkten zurückhaltend, unaufdringlich - und zogen doch die gesamte Aufmerksamkeit der Besucher auf sich Oder gerade deswegen. Übrigens: "Hendrix-Changes" hat eigentliche Uraufführung beim Open in der WCM.

(Manuela Wolf)

© Heidenheimer Zeitung - 02.05.2003 - Regionale Kulturnachrichten

Konzertlesung im K2

Rechte des Menschen

Zwei portugiesische Studenten wurden 1961 in Lissabon verhaftet, weil sie in einem Lokal hörbar auf die Freiheit anstießen. Ein Londoner Rechtsanwalt veröffentlichte daraufhin am 28. Mai 1961 einen Artikel im „Observer” unter dem Titel ”Die vergessenen Gefangenen”. Dies war die Geburtsstunde der Menschenrechtsorganisation Amnesty International.
Inzwischen engagieren sich über eine Million Menschen in mehr als 140 Ländern für die gemeinsame Sache. Zu ihnen gehören auch der Autor Urs M. Fiechtner und der Autor, Maler und Musiker Sergio Veseley. Am Mittwochabend fanden sie sich zusammen, um im K2 eine Benefiz-Konzertlesung zugunsten von Amnesty International zu geben. Mit von der Partie war die Heidenheimer Band ”Hendrix Changes”.

Der Begriff der Konzertlesung wurde von Urs M. Fiechtner und Sergio Vesely im Jahre 1977 selbst geprägt. Seitdem arbeitet das Tandem ungewöhnlich erfolgreich zusammen. Inhaltlich beschäftigen sich die Werke der beiden mit der Menschenrechtssituation auf der Welt. Ihre Konzertlesungen sind weder traditionelle Dichterlesungen mit begleitender Musik, noch einfache Collagen aus Texten und Liedern. Angelegt als Zyklen, die thematisch einem roten Faden folgen, erzählen sie durchgehende Geschichten, die aus der engen Verbindung von Lyrik und Musik, Prosa und Gesang heraus lebendig werden.

Die von Fiechtner sehr akzentuiert vorgetragenen Texte wurden von Vesely auf der Gitarre mehr kommentiert als begleitet und gingen in Lieder über. Manchmal lieferte er für die Texte auch nur eine Hintergrundmusik, was die Wirkung ihres Vortrags verstärkte. Überhaupt erwies sich das Medium der Konzertlesung als erfolgreich, dem Publikum ein schwieriges Thema behutsam näherzubringen. Die sehr viel Unangenehmes aussprechenden Texte wurden durch die zeitkritischen Kompositionen Sergio Veselys in überschaubare Einheiten strukturiert, die es dem Publikum erleichterten, dem Vortrag über einen längeren Zeitraum konzentriert zu folgen.

Den zweiten Teil des Abends gestaltete die Band ”Hendrix Changes”. Hier haben sich bekannte Heidenheimer Musiker wie Sebastian Zaepernik und Walter Geyer zusammengefunden, um die Musik von Jimi Hendrix mit neueren Stilmitteln wie Rap oder Hiphop zu kontrastieren.

(Holger Scheerer)